Abschlusskonzert

Sonntag, 24. September

1700

Hochschule für Musik und Theater
Grassistraße 8
Kammermusiksaal

Eintritt 15 / 10 €

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„Bach & Marchand - Kein Duell, aber ein Dialog“

Rudolf Lutz (CH) als Johann Sebastian Bach &
Daniel Beilschmidt (D) als Louis Marchand

Den krönenden Abschluss des Festivals bildet eine Begegnung, die - glaubt man der anekdotenhaften Überlieferung - vor exakt 300 Jahren nur beinahe stattgefunden hat: Der musikalische Wettstreit zwischen Johann Sebastian Bach und Louis Marchand 1717 kam nicht zustande, angeblich weil sich Marchand dem durch Flucht entzog. 2017 nun wird der Schweizer Rudolf Lutz in die Rolle Bachs, und der Leipziger Daniel Beilschmidt in die Rolle Marchands schlüpfen, um zu Gehör zu bringen, wie die beiden Großmeister der Improvisation aufeinandergetroffen wären, wenn sie aufeinandergetroffen wären: Nicht im Duell, sondern im Dialog.

Rudolf Lutz (St. Gallen)

Rudolf Lutz (St. Gallen)
Rudolf Lutz (St. Gallen)

Der Organist, Cembalist, Dirigent und Pädagoge Rudolf Lutz ist insbesondere als Improvisator an vielen Festivals und Konzerten gefragt. Zu seinen festen Engagements gehören Auftritte und Kurse in der Schweiz an den Festivals La Folia in Rougemont, am Festival de musique improvisée de Lausanne (FMIL) und am Festival d'orgue in Romeinmôtier. Im Ausland ist er regelmäßiger Gast an der Bachwoche Ansbach, am Münchner Orgelherbst, in Japan an den Tokyo Improvisation Factory und Osaka Improvisation Factory (Tokif und Osif), die er mitbegründet hat.Rudolf Lutz war von 1991 bis 2014 Dozent an der Schola Cantorum Basiliensis, wo er zahlreiche Studenten im Master historische Improvisation betreut und die FBI (Forschungsgruppe Basel für Improvisation) ins Leben gerufen hat.

Rudolf Lutz improvisiert auch zu Text und Bild: Regelmäßig tritt er mit dem Lyriker Werner Lutz auf oder improvisiert zu Malerei im Museum. Er ist der künstlerische Leiter des Großprojekts der St. Galler Bach-Stiftung, die über mehrere Jahrzehnte das gesamte Vokalwerk Johann Sebastian Bachs aufführt. 2006 erhielt er den Kulturpreis das Kantons St. Gallen, und 2015 wurde er mit dem renommierten STAB-Preis der Stiftung für Abendländische Ethik und Kultur geehrt.

 

Daniel Beilschmidt (Leipzig)

Daniel Beilschmidt
Daniel Beilschmidt

Daniel Beilschmidt wurde 1978 im ostthüringischen Zeulenroda geboren. Nach Orgelstudien in Leipzig und Kopenhagen sowie dem Konzertexamen in Weimar wurde er 2009 in das Amt des Leipziger Universitätsorganisten berufen. Daneben ist er als Assistenzorganist an der Leipziger Thomaskirche regelmäßig in Motetten, Gottesdiensten und Konzerten zu hören.Konzerte führten ihn über Deutschland hinaus nach Skandinavien, Belgien, die Ukraine, Mexiko und die USA. Er spielt regelmäßig mit dem Thomanerchor und dem Gewandhausorchester Leipzig zusammen und wirkte beim Bachfest Leipzig und dem Movimento-Festival der Autostadt Wolfsburg mit, u. a. mit dem Jerusalem Symphony Orchestra und dem Oboisten Ramon Ortega Quero.

Beilschmidt pflegt die ganze Breite des Repertoires von frühester Orgelmusik bis zu Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Improvisation sowie das Orgelschaffen Bachs und Messiaens bilden Schwerpunkte seiner Arbeit.

Darüberhinaus überschreitet er immer wieder die Grenzen des angestammten Orgelrepertoires. So arbeitet er etwa mit der Percussionistin Nora Thiele oder dem Autor Thomas Thieme in jeweils gemeinsam erarbeiteten Programmen zusammen. Im Oktober 2012 steuerte er die Musik zu Irina Pauls' Tanztheaterstück „MEGAFON UND STILLHALTEN“ bei. Im August 2012 erlebte sein Orgelstück „verwandlung“, geschrieben für die große Silbermannorgel des Freiberger Domes, seine Uraufführung.

Als Lehrbeauftragter an der Schule des Leipziger Thomanerchores, an der Kirchenmusikhochschule Halle und an der Leipziger Musikhochschule tauscht er seine Erfahrungen mit kommenden Musikergenerationen aus.

 

 

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