Anno 1550: KAIROS - italienische Improvisationen

Freitag, 22. September

1930

UT Connewitz

Eintritt 15 / 10 €

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Anno 1550: KAIROS - italienische Improvisationen
frottole, ottave rime, ricercari ...

Vivabiancaluna Biffi (I) - Gesang, Viola d'arco
Corina Marti (CH) - Cembalo
Bor Zuljan (SVN) - Laute

During the second half of the 15th Century some Italian cities have become important humanistic centres, flowering with culture. Courts, such as the Este in Ferrara, Gonzaga in Mantova, Sforza in Milan or Medici in Florence, have become places of avant-garde experimentation, inspired by the neo-platonic views of important philosophers, such as Ficino or Pico della Mirandola.

Musical practice too has become influenced by their ideas: playing ex-tempore (out of the moment; kairos, as opposed to chronos) was an ideal, that helped induce alternate states of consciousness and metaphysical experiences, as it was affecting the faculties of the soul. Improvisation therefore played a crucial role in the musical life of the Renaissance.

Around 1500 Italy was a melting pot of different traditions. While the oltremontani continued having a strong influence, the Italian composers crystallized their own style within the frottola repertoire, which was directly connected to the tradition of the improvvisatori, poets improvising the ottave rime, strambotti, giustiniane and other poetic forms. The lute has become the most popular instrument, and while there still was a living tradition of monodic playing with a plectrum, the new, polyphonic way, which was introduced by Germans, came to vogue.

The proposed programme tries to depict all these coexisting traditions, impregnated by the instrumental and vocal improvisation: from improvised ottave, solo ricercars, improvisations on a tenor, to embellished vocal music and lively dances.

 

Vivabiancaluna Biffi (Bergamo)

Vivabiancaluna Biffi (Bergamo)
Vivabiancaluna Biffi (Bergamo)

Vivabiancaluna Biffi studierte Komposition, Musikgeschichte und Violoncello in Bergamo, bevor sie sich dafür entschied, sich ganz auf Alte Musik zu fokussieren. Sie setzte ihre Studien an der Schola Cantorum Basiliensis fort, und erhielt dort Diplome in Streichinstrumenten des Mittelalters und der Renaissance (viella, viola d'arco, renaissance-Gambe) sowie Gesang. Ihre Lehrer waren Randall Cook, Richard Levitt und Dominique Vellard. Auch entwickelte sie in dieser Zeit ihre charakteristische Musizierweise für Musik vor 1600: Sie begleitet sich selbst zu ihrem Gesang auf Streichinstrumenten, und belebt damit eine historisch verbreitete Praxis, die heute nur sehr wenig praktiziert wird, wieder. Dass diese Praxis eng mit der Improvisation verknüpft ist, liegt auf der Hand.

Sie trat mit einigen führenden eurpäischen Alte-Musik-Ensembles auf, wie Alla francesca, Pierre Hamon, Marc Mauillon, Hespèrion XXI, Tasto Solo, Les Flamboyants, Ensemble Peregrina und La Morra. CD-Einspielungen machte sie unter anderem für die Labels Zig-Zag Territories, Eloquentia, Empreinte Digital und Raumklang.

 

Corina Marti (Basel)

Corina Marti (Basel)
Corina Marti (Basel)

Nach Studien in barocker Aufführungspraxis auf der Blockflöte und dem Cembalo spezialisierte sich Corina Marti auf frühe Flöten und das Repertoire aus dem Spätmittelalter und der frühen Renaissance, worin sie einen Abschluss an der Schola Cantorum in Basel unter Anleitung von Pierre Hamon und Kathrin Bopp erhielt. 1999 gewann sie den 1. Preis beim Friedl-Wald Wettbewerb (Schweiz) und 2003 den 1. Preis von J. Kulsky (Polen).

Corina Marti hat die Musik des Spätmittelalters und der frühen Renaissance in Europa, dem mittleren Osten, den USA, Südamerika und Japan aufgeführt, eingespielt und unterrichtet. Seit 2003 unterrichtet sie an der Schola Cantorum in Basel frühe Flöten- und Tasteninstrumente. Ihre Aufführungen auf diesen Instrumenten und ihre Forschungsarbeit zu deren Geschichte und Bau trugen zur Wiederbelebung unter den heutigen Interpreten bei.

Weiterhin spielte sie in Hesperion XXI (Jordi Savall), Diego Fasolis u.A. Vor allem jedoch ist sie die Co-Leiterin des Ensembles La Morra, mit dem seit 2003 etliche preisgekrönte CD-Einspielungen entstanden.

 

Bor Zuljan (Genève)

Bor Zuljan (Genève)
Bor Zuljan (Genève)

Bor Zuljan stammt aus Slowenien. Nach seiner Ausbildung in Ljubljana setzte er seine Studien in Koblenz fort und studierte zuletzt Gitarre und Laute an der Haute Ecole de Musique in Genève bei Dusan Bogdanovic und Jonathan Rubin. Sein besonderes Interesse gilt der Lautenimprovisation im 16. Jahrhundert: Er leitete 2014 ein Symposium in Genève zu diesem Thema. Er ist der künstlerische Leiter des slowenischen Alte-Musik-Festivals Dnevi stare glasbe.

 

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